Mein erster Ossiloop und der auch noch „anners“

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In Zeiten von CORONA und der fehlenden sportlichen Alternativen habe ich nach langer Pause letztes Jahr wieder angefangen zu laufen. Und was soll ich sagen, der Spaß und die Leidenschaft ist wieder da. So dass ich überlegte, wieder an Wettbewerben teilzunehmen. Da kam mir der Ossiloop anners ganz recht. Ich hatte schon in den Jahren vor Corona immer mit Interesse die Berichte zum Ossiloop gelesen. Ich konnte nur selbst nicht mitmachen, da die 6 Etappen/Tage sich nicht in meinen Berufsalltag integrieren ließen. Die jetzige digitale Variante mit dem längeren Lauffenster ist ideal für mich. Das einzige Manko ist aber das Laufen allein, die fehlende Geselligkeit, die bei den Laufveranstaltungen immer sehr schön sind.

Nach der Anmeldung war die Vorfreude enorm und ich konnte es kaum erwarten, das die Startnummer in der Post war. Diese habe ich jedoch auf Grund fehlender Sicherheitsnadeln zuerst nicht getragen. Die ersten 2 Etappen bin ich die Strecken ohne Startnummer gelaufen, was dazu geführt hat, dass mich die Leute komisch anguckten. Vermutlich dachten sie, der „komische grüne Frosch“ ist auf der Flucht. Bei der dritten Etappe hatte ich sie dann dabei, so dass jeder erkennen konnte, dass die Flucht nicht der Grund des „schnellen“ Laufens ist. Na ja, auf jeden Fall habe ich mich besser dabei gefühlt. Die Strecken für die Etappen habe ich immer so gewählt, dass ich von zu Hause aus losgelaufen bin mit 1km einlaufen, der Etappenlänge und 1-3 km auslaufen. Die Strecken haben so nichts mit den echten Etappen des Ossiloops zu tun, die ich bis jetzt ja auch noch nicht kennengelernt habe. Zwischen der 3. Und 4. Etappe kam dann die Nachricht, dass Michael Schardt gestoben ist. Die habe ich zum Anlass genommen Ihm meine 4. Etappe zu widmen und bin mit Trauerflor gelaufen. Michael war für mich zu Beginn meiner Laufkarriere 2008 mein „Laufguru“. Ich bin damals zum Lauftreff Bürgerbusch gekommen und habe im Frühjahr sehr naiv einen Vorbereitungskurs zum Marathon Hamburg gemacht. Damals hatte ich als längste Strecke einmal eine 12km Strecke in den Beinen, worauf Michael und Petra meinten, es wäre schon sehr gewagt von mir einen Marathon laufen zu wollen. Aber mit dem richtigen Trainingsplan von ihm hat es dann gut geklappt.

Morgen ist die 5. und vorletzte Etappe und ich werde versuchen mein Tempo weiter zu laufen. Ich hoffe am Freitag, wenn ich die letzte Etappe geschafft habe und ich mich dann Dörloper anners nennen kann, bin ich immer noch begeistert, so dass ich den Ossiloop (ohne anners) nächstes Jahr dann in der Gemeinschaft und mit Busfahrt und allem drum und dran laufen kann.

Ich wünsche allen Läufern und Läuferinnen noch zwei gute Etappen. Ole Schröder

 

Anm. d. Red. Auf der Pinnwand findet ihr weitere Kurzberichte

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