Bericht zur Harzquerung und weitere Läufe des Wochenendes

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Am vergangenen Wochenende konnte man bei so manchem Lauf im Nordwesten die Laufsportfreunde zu Geischt bekommen. Eingeleitet wurde das sportliche Wochenende mit der 2. Etappe des Ossiloops. Die Ergebnisse sind unter dem Content Veranstaltungen zu finden. Die Resultate vom Hermannslauf, von der Tühlsfelder Talsperre und Felix Harzquerung sind unter "Wer lief wie" zu finden.

Harzquerung – Ultra-Trail von Felix Levold

Mit normalen Maßstäben nicht zu ermessen. Länger, bergiger und trailiger als alles, was ich bis jetzt gelaufen bin. OK, 51 km habe ich ja im Internet gelesen. Bergiger waren letztlich + 1.370 und – 1.400 Höhenmeter, davon viele Steigungen „unlaufbar“ und viele Gefälle nur voll auf der Bremse zu bewältigen. Trailiger, weil auf den 51 km maximal fünf km feste Strecke und sich zwischendurch Forst- mit schmalen Wanderwegen und teilweise schlichten Cross-Abschnitten abwechseln.

Der Trail-Charakter wurde durch den starken Regen, der sich durch die Nacht und die ersten 3,5 Stunden des Laufes hinzog, noch mal deutlich angeschärft und machte aus einigen Anstiegen Rinnsale und ließ die Füße mehrfach bis zu den Knöcheln im Schlamm versinken. Ab km 21 waren meine Füße dann richtig nass und bei km 45 musste ich nach einem kleinen Ausflug über einen frischen Acker erst mal zwei Kilo rote Lehmklumpen von meinen Schuhen kloppen. Hinzu kam permanentes Schliddern auf Schlick und Geröll.

Nachdem das Wasser bei km 21 das erste Mal so richtig durch meine Schuhe geschwappt war, hatte ich kurzzeitig Angst, dass mich der ganze Moder und Schlick irgendwann auf der Strecke zermürben würde.

Dass das nicht passierte, lag sicher daran, dass ich spätestens nach drei Stunden laufen total high war … und das hielt sich bis sehr lange nach dem Zieleinlauf. Ich will nicht behaupten, dass ich geflogen bin; aber ich habe auch die Belastung nur noch wenig gespürt – und es ist aber auch alles heil geblieben. Nur mein linker Oberschenkel wollte die zügigen Bergab-Passagen ab km 40 nicht mehr unbegrenzt. (Das Gefühl hatte ich auch schon beim Tempo-Training auf dem Utkiek.)

Unter dem Strich:

Das war bei all der Belastung und den abwechselnden Strapazen bei kaltem und nassem Wetter einfach DAS GEILSTE, WAS ICH BISHER AN LÄUFEN GEMACHT HABE.

Was gibt es noch zu berichten?

Mit einem 183. Platz in der Gesamtwertung (von rund 570 im Ziel verzeichneten Läufern) habe ich mir bei einer Zeit von 5:27 (das sind in Worten: fünf Stunden und siebenundzwanzig Minuten) bei diesem dreifachen Debüt einen ganz ordentlichen Platz im oberen Mittelfeld erlaufen.

Der Lauf ist insgesamt nicht professionell aber trotzdem – oder deshalb ? - perfekt organisiert. Gestoppt wird mit der Hand und im Ziel steht die Gulasch-Kanone mit Erbsen-Suppe.

Perfekt und abwechslungsreich war auch die Strecken-Verpflegung mit verschiedensten Getränken von Iso, Tee, Cola, Wasser und verschiedene Sorten Obst, Kekse, Schmalzbrote (?!?!) und viel Engagement der Helfer.

Verzichten musste man hingegen auf Zigtausende Zuschauer, die den Wegesrand säumen und die Läufer nach vorne peitschen. Stattdessen gibt es säckeweise Natur, die man sich nach dem Ziel in Klumpen von Waden klopfen und als Tannennadeln aus den Lauf-Shirts ziehen kann.

FAZIT: „LEIDER GEIL“

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