LSF-Laufreise 2024 – Gent hat uns rundum beeindruckt

von Michael Ibelings

LSF-Laufreise 2024 – Gent hat uns rundum beeindruckt

Am Freitag, den 22.03.2024 machten sich pünktlich zur von der Reiseleitung vorgegebenen Zeit insgesamt 13 LSF-ler erwartungsvoll auf den Weg nach Westen in die belgische Stadt Gent. Aufgeregt waren insbesondere die fünf Neulinge: Wie viel Läufe werden wir neben dem eigentlichen Wettkampf machen müssen? Wie gesund sollen wir uns ernähren? Wie viele PBs (persönliche Bestzeiten) werden geknackt?

Nach sternförmiger Anreise im strömenden Regen zogen wir nach Bezug des zentral in der wunderschönen Altstadt Gents gelegenen Hotels die Laufschuhe nur noch für den Gang in die nächstgelegene Kneipe an, um dort gemeinsam erste Erzeugnisse belgischer Braukunst zu genießen. Von der Kneipe ging es direkt weiter in den gut besuchten und kulinarisch überzeugenden Irish Pub, in dem wir dank Friedhelms Verhandlungsgeschick an einem Tisch für 13 Personen Platz fanden und den ersten Abend unserer Reise satt und zufrieden ausklingen lassen konnten.

Unversehrt im Hotel anzukommen, war allerdings gar nicht so selbstverständlich, da wir trotz unserer Vorerfahrungen mit fahrradfreundlichen Innenstädten überrascht waren von der Anzahl und dem dominanten Auf- bzw. Durchtreten der Genter wielrijder. Kaum ein Ausspruch erfolgte daher während der Laufreise so oft wie „Achtung Fahrradfahrer“, da diese selbst jedes rot leuchtende „Fiets aan de hand“-Schild ignorierten.

Am nächsten Morgen machten wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück auf den Weg entlang der Watersportbaan – hier ruderten bereits einige Ambitionierte dem Wind und der Kälte zum Trotz - zur Topsporthal Vlaanderen, dem Ziel des für den nächsten Tag anstehenden Wettkampfs. Nach erledigten Ummeldungen standen alle LSF-ler nun mit knapp 10 000 weiteren Läufer:innen auf der Teilnehmerliste für den Halbmarathon. Ausgestattet mit Startunterlagen und schönen blauen T-Shirts, die einige Männer in unserer Runde für zu eng geschnitten befanden, konnten wir uns einen ersten Eindruck vom Einlaufen in die Sportarena verschaffen.

Nach einem Nachmittag zur freien Verfügung – keiner verbrachte ihn laufend - trafen wir uns abends zu einem gemeinsamen Essen in dem von unseren Reiseleitern Jan und Marco vorzüglich ausgewählten italienischen Restaurant Giardino Di Roma. Die bewährte Wettkampfvorbereitung mit Pasta und Pizza haben wir kreativ erweitert um einige Krüge Wasser und Wein.

Sonntag war es dann so weit: Bereits für 7 Uhr war zum Frühstück geläutet, um 8.30 Uhr ging es – trotz kritischer Nachfrage einzelner, ob denn ein Wettkampf nun wirklich das richtige für diesen Tag sei - zur nächstgelegenen Bushaltestelle. Diesen Weg nahmen auch viele andere aufgeregte Menschen in Laufklamotten, sodass wir im überfüllten Bus zumindest für einen Moment vor dem kühlen und windigen Wetter geschützt waren. Mitten auf einer Kreuzung entließ uns der Busfahrer auf die Fahrbahn und wir konnten anhand der Menschen- und Karosseriemassen erahnen, dass der Sofico Gent Marathon eine echte flandrische Großveranstaltung ist.

Schnell zur hervorragend organsierten Taschenabgabe, dann der obligatorische Toilettengang wahlweise in die Büsche oder in eines der kilometerlang aufgereihten DIXI-Klos und schon ging es in den sehr langen Startbereich. Nach dem Start, der je nach Position früher oder später kam, machten sich Marco, Hans, Thomas, Friedhelm, Jan, Ilka, Sabine, Klaus, Heiko, Gabi und Sunny auf die 21.0975 km lange Strecke durch die wunderschöne Stadt Gent. Claudia und Lothar waren als Supporter bereits unterwegs und feuerten später auf der Strecke und im Ziel an.

Die Laufstrecke selbst war sehr abwechslungsreich, führte mal leicht an- oder absteigend an wunderschönen historischen Gebäuden, den Grachten und dem Genter Hafen vorbei. Der Weg war zudem gesäumt mit vielen anfeuernden Fans und motivierender Musik: Drums, Posaunenchor, Orchester, Musikbox – da war für jeden Geschmack etwas dabei. Dies und das fürs Laufen nahezu perfekte Wetter sowie die in allen Abschnitten gut geführte und gefüllte Laufstrecke machten aus dem Sofico Gent Marathon das erwartete – vielleicht auch ersehnte - Highlight dieser Laufreise. Getoppt wurde dies nur noch durch den grandiosen Einlauf in die durch viele Zuschauer und eine grandiose Lichttechnik in Szene gesetzte Sportarena. Alle 11 LSFler erreichten gesund und glücklich das Ziel und auch wenn keine Bestzeiten geknackt wurden, war es für uns alle ein unvergessliches Event: We did it! Mit Medaille, Marschverpflegung und warmen Klamotten ausgestattet machten wir uns zu Fuß auf den Rückweg zum Hotel, sozusagen als Cool Down.

Frisch geduscht und mit Medaille geschmückt fanden wir am Abend in einem maximal nahegelegenen Restaurant erneut spontan Platz für 13 Personen und feierten mit ausgiebigem Mahl und diversen Alkoholika unsere Erfolge. Spätestens hier wurde jedem Mitreisenden klar: Der Vereinsname ist universell einsetzbar – an diesem Abend machte er dem ebenfalls gepflegtem Motto „Laufen – Saufen – Feiern“ alle Ehre.

In den nächsten Tag konnten wir – wie man es sich bei einer Reise ja durchaus wünscht - ganz individuell starten. Um 10 Uhr waren aber auch die letzten startklar für einen durch Sabine geführten historischen Stadtrundgang. Alles, was wir am Vortag nur im Vorbeilaufen erhaschen konnten, galt es nun ausgiebiger zu erkunden. Vor allem die imposante Burg Gravensteen beeindruckte uns, der Audioguide mit charmant französischem Akzent weihte uns in den Burgalltag ein, berichtete vom stressigen Alltag des Fürsten und der in der Folge kinderlosen Ehe, zudem stellte er uns sehr anschaulich die fünf besten Foltermethoden vor und offenbarte uns seine Angst vor den die Stadt erobernden, furchtlosen Wikingern, also unseren Vorfahren! Mit der Besichtigung der Kathedrale sowie einem Gang durch die Graffiti-Gasse war dem kulturellen Programm dann genüge getan, schließlich luden ja noch schöne Cafés und kleine Bars zum Verweilen ein.

Auch für den letzten Abend fanden wir spontan einen langen Tisch für 13 Personen in dem hippen Tush Gent, einem auf köstliche Burgervarianten spezialisierten Restaurant, und auch wenn manch einer glaubte, Bier könne schal werden: Mitnichten war dies der Fall. Der von Sabine und Ilka lang ersehnte Aperol Spritz bildete dann inmitten romantischer Altstadtkulisse den Abschluss des kulinarisch-spirituosen Teils unserer Reise.

Diese Laufreise nach Gent war in jeglicher Hinsicht hervorragend, Dank gebührt vor allem Jan und Marco für die rundum gelungene Organisation, aber auch allen Mitreisenden für das sehr entspannte und lustige Miteinander. Die Ehre, diesen Bericht zu verfassen, ging nach alter Tradition an uns als Neulinge, aber das sollte niemanden davon abhalten, an einer LSF-Reise teilzunehmen. Auch alle anfangs genannten Bedenken lösten sich wunderbar in Luft auf: Gelaufen, gegessen, gelacht, getrunken, geschlafen und gefeiert wird so viel, wie man will oder kann!

Groeten! Sunny und Gabi

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